09.06.2007 Unser letzter Urlaub: St. George Island

So, nach dem ganzen Planen, Packen und Plagen sind wir reif für die Insel! St. George Island heißt unser Wunschziel und nach fast acht Stunden Anfahrt (inkl. Pipi- und Essenspausen) haben wir die versteckte kleine Insel im Knick, wo Floridas Pfannenstiel in die Pfanne übergeht, gefunden! Zunächst mussten wir zum Büro, um unseren Schlüssel abzuholen, aber da war natürlich schon geschlossen, auch hier hat man zivilisierte Bürozeiten. Nun war guter Rat teuer, a) wie finden wir nun unser Haus und b) wie kommen wir hinein??? Glücklicherweise hatte ich ja die Buchungsbestätigung dabei und darauf war auch eine Kontakt-Telefonnummer. Da könnte man ja einfach mal anrufen - vorausgesetzt, man hätte Handyempfang! War aber nicht so. Also erst einmal unten in die Eisdiele und darum gebeten, das Telefon benützen zu dürfen. Durften wir auch. Unter der Nummer befand sich eine Bandansage, die uns darüber informierte, dass wir außerhalb der Bürozeiten anrufen. Das hatten wir ja nun auch schon selber rausgefunden, zumal es in Florida ja noch eine Stunde später war als unsere Alabama-Uhren uns glauben machen wollten. Des Weiteren wurde mir noch eine Notrufnummer genannt, die ich mir schnell merken musste. Dort war dann auch ein echter Mensch am anderen Ende! Die freundliche Dame erklärte mir, dass oben an der Bürotür ein Korb war, in dem sich ein an mich adressierter Briefumschlag befand. Den Korb hatte ich gesehen, den Umschlag auch, aber ich war nicht so indiskret gewesen, um ihn herauszunehmen und draufzusehen, welcher Name dort stand...

Tatsächlich waren dort der Haustürschlüssel und eine Wegbeschreibung hinterlegt. Zehn Minuten später konnten wir uns dann davon überzeugen, dass wir ein sehr schönes Haus bekommen haben. Helle freundliche Möbel, alles schön mit Muscheln und Bildern mit Strandidyllen dekoriert und sehr sauber. Die Schwachpunkte stellten sich erst später heraus. Zuerst einmal Null Handyempfang, weshalb Saskia schon fast am Verzweifeln ist. Und dann bei Einbruch der Dunkelheit fanden wir heraus, dass im ganzen Haus kaum eine Lampe funktionierte! Meistens waren nur die Birnen kaputt, aber manchmal ging auch die eine oder andere Lampe nicht mehr. Nachdem Renee repariert bzw. Birnen aus unserer Badezimmerbeleuchtung getauscht hatte, konnten wir wenigstens die meisten Räume notdürftig beleuchten und mussten nicht mehr im Dustern hocken! Ein außen an der Terrassentür angebrachter Aufkleber machte mich etwas stutzig: "No Pets!" war da zu lesen und zusätzlich noch ein durchgestrichener Hund! Dabei hatte ich doch noch so viel Hin und Her bei der Buchung gehabt und ausdrücklich ein Haus gebucht, wo wir Gizmo mitnehmen dürfen!!! Leider steht der Hund nicht mit auf der Buchungsbestätigung, ich habe aber noch eine Email, in der ich gefragt hatte, ob es eine Extragebühr für Hunde gibt. Da müssen wir morgen erst einmal nachfragen, wenn wir noch einmal zum Büro fahren um alle Formalitäten abzuwickeln.

Jetzt machte sich auch langsam Hunger breit, aber da Amber schon fast eingeschlafen war, machten sich die anderen auf den Weg und holten fix Sandwiches von Subway. Nach dem Essen machten wir noch einen kurzen Strandspaziergang. Gizmo war ganz aus dem Häuschen vor Aufregung: Das Meer rauschte lautstark und die Wellen schwappten übermütig ans Ufer, da war unser kleiner Hund schnell nass bis zum Bauch! Sie ist ganz wild hin und hergehüpft, um dem Wasser auszuweichen. Mal sehen, wie es ihr morgen, bei Tageslicht, gefallen wird...

 

10.06.2007 Fauler Tag am Strand

Unsere erste Nacht im Haus am Strand war sehr erholsam. Wir hatten Balkontür und Fenster geöffnet und konnten sogar das Meer rauschen hören! Ich bin schon recht früh aufgewacht und war mit Gizmo zu einer frühen Morgenrunde draußen, während drinnen der Kaffee durchlief. Lag es am Wasser oder an der Kaffeemaschine, aber der Kaffee schmeckte recht seltsam. Filter und Kaffeepulver hatten wir aber mitgebracht, so muss es wohl am Wasser liegen, aber mit viel Milch geht es.

Bevor wir aber frühstücken konnten, musste ich noch zum Einkaufen, weil wir dringend Waschmittel brauchten. Auf Nataschas Badehandtuch saß am vorigen Abend nämlich ein Skorpion, den Renee dort mit seinem Latschen verewigt hatte. So wollte Natascha ihr Handtuch natürlich nicht mehr benutzen! Außerdem brauchten wir auch noch einen Sonnenschirm für Amber, damit sie am Strand etwas Schatten hat. Nach dem Frühstück konnte Amber es kaum noch erwarten und wir zuckelten alle los zum Strand und wir verbrachten einen schönen faulen Tag . Zwischendurch machten sich Renee und Saskia mit Amber noch auf, um zum Büro zu fahren und die Formalitäten abzuwickeln. Ich durfte derweil ein Nickerchen am Strand halten, wo ich mir den Rücken verbrannt habe. Alle Probleme wurden geklärt, unser Hund im "No Pets" Problem, es werden immer wieder Ausnahmen gemacht. Saskia durfte noch schnell mit ihrem Freund telefonieren, um ihm mitzuteilen, dass es hier mit Handy schlecht aussieht. Und morgen kommt ein Typ vorbei, der die fehlenden und kaputten Glühbirnen austauscht.

   Sebastian hat schnell einen Freund gefunden und war den ganzen Tag mit ihm Angeln. Hier zeigen die beiden ihren Fang - kleine Haie!!!

Am späten Nachmittag, nach dem Duschen, fuhren wir zum Essen, wo ich mir mit Sebastian eine leckere Shrimp Pizza teilte. Anschließend machten Renee und ich mit Klein Amber und Gizmo einen langen Spaziergang am Strand. Wir suchten nach Muscheln und Sanddollars. Mit den Sanddollars hatten wir aber leider kein Glück. Dafür sahen wir an mehreren Stellen Löcher im Sand mit lustigen kleinen Fußspuren drumherum. Dort waren augenscheinlich zuvor kleine Schildkröten ausgeschlüpft. Aus dem Internet hatte ich schon gelesen, dass die "Loggerhead Sea Turtle" am Strand von St. George Island ihre Eier ablegt und die kleinen dann dort ausschlüpfen. Deshalb wurde auch darum gebeten, am Abend keine Außenbeleuchtung mehr einzuschalten, um die kleinen Schlüpflinge auf ihrem beschwerlichen Weg ins Meer nicht zu verwirren.

Das ist unser Domizil - unsere Wohneinheit befindet sich ganz rechts

 

Der Strand ist schön und lang und fast menschenleer...

 

 

11.06.2007  Sandburg

Auch heute waren wir an Pool und Strand und haben eine Sandburg gebaut.

Hier noch ein paar Bilder:

                           

 

12.06.2007 Gewitter

Amber zog es heute an den Pool und so begaben wir uns nach dem Frühstück dort hin. Es waren auch noch ein paar andere kleine Kinder dort. Renee mache sich auf den Weg zum Strand, um für mich nach Sanddollars zu suchen. Sanddollars sind in Wirklichkeit Skelette einer Art Seeigel, wer mehr darüber wissen will, klickt hier

Wenig später hörten wir es grummeln, waren uns anfangs aber nicht sicher, ob es nicht vielleicht ein Flugzeug war. Dann sahen wir aber nach und nach die Wolkenfront aufziehen und wussten, da braute sich was zusammen! Lange konnten wir nicht mehr am Pool liegen bleiben und so räumten wir unsere Sachen zusammen und brachten alles zurück auf den Balkon. Ich machte mich auf den Weg, um Renee zu suchen und lief den Strand ein gutes Stück hoch, konnte ihn aber nirgendwo finden. Mittlerweile wr das Gewitter immer näher gekommen, sodass ich umdrehte und wieder nach Hause lief. Gizmo zitterte am ganzen Leibe - war es vor Angst oder war ihr kalt, weil sie ja schnell noch ins Meer hüpfen musste?

Vom Balkon aus konnten wir dann ein tolles Schauspiel bewundern. Schwarze Wolkentürme, Blitze zuckten senkrecht vom Himmel, Donnerkrachen wie wir es selten so heftig erlebt haben! Nun konnten wir auch endlich Renee herbei rennen sehen. Er hatte sich auf der Muschelsuche so weit entfernt, dass er ganz schön laufen musste, um wieder rechtzeitig zurück zu sein!

       

Das war's dann wohl für heute mit dem Strand! Wir bestellten uns Pizza und fuhren etwas später in den kleinen Ort, um Andenken zu kaufen und zu bummeln. Muss ja auch mal sein... Den Abend verbrachten wir dann mit Fernsehen und Lesen, jeder wie er wollte.

 

13.06.2007  Sanddollar

Wir hatten ja immer noch keinen Sanddollar. Renee ist also heute ganz früh am Morgen los. Erst ist er mit dem Auto zum State Park gefahren, welcher am östlichen Ende der Insel liegt. Vom dortigen Parkplatz ist er dann den Strand entlang gelaufen. Er hätte nicht gedacht, dass das soooo lang ist! Erst drei Stunden später war er wieder zurück. Aber die Ausbeute hat sich gelohnt, er hatte zwei Sanddollars (einer war aber auf dem Weg zerbrochen) und einige schöne Muscheln gefunden:

   

Derweil hatten wir die Zeit am Strand totgeschlagen. Ich war so in mein Buch vertieft, dass ich gar nicht die zwei Gestalten bemerkte, die mir eifrig zuwinkten. Saskia und Natascha wollten einfach nur "Hallo" sagen und auch mal aufs Foto:

 

14.06.2007  Spielplatz

Ich weiß, sehr spektakulär ist dieser Urlaubsbericht ja nicht. Aber ich glaube, ich hatte auch anfangs erwähnt, dass wir uns in erster Linie ausruhen und erholen wollten. St. George Island ist dafür genau richtig. Viel zu besichtigen oder anzugucken gibt es nicht. Es sind auch kaum Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, außer natürlich ein paar obligatorische Souvenirläden, die wir ja schon am Dienstag aufgesucht hatten, als Gewitter und Bewölkung uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Der kleine Supermarkt bietet auch nur das allernötigste, deshalb bleibt unsere Küche kalt und wir essen meistens auswärts. Knabbersachen, Bier und Eiscreme versüßen uns den Abend, den wir im Haus verbringen müssen, weil uns draußen sofort die Mücken auffressen! (--> und ich dachte immer, am Meer gäbe es keine Mücken...)

Für heute war etwas sportliche Betätigung angesagt, also haben Renee und Natascha schon mal unser Netz aufgebaut für ne Runde Beach Volleyball. Es war dann allerdings ein wenig zu windig, sodass das Spiel auf den Abend verschoben werden musste.

Amber verbringt ihre Zeit lieber am Pool, aber nach dem Abendessen waren wir auf einem Spielplatz und das hat ihr (und uns) sehr viel Spaß gemacht!

                           

 

15.06.2007  Letzter Tag

Heute nach dem Abendessen sind Renee, Natascha und ich von der "Innenstadt" - wenn man die kleine Ansammlung von Imbissbuden und Andenkenläden so nennen darf - bis zu unserer Wohnung am Strand entlang gelaufen. Dafür waren wir gute zwei Stunden unterwegs und haben dabei einige wunderschöne Häuser gesehen und fotografiert:

                                   

 

Ein schöner Abschluss für eine schöne erholsame Woche, in der wir uns schon mal seelisch auf die letzten zwei Wochen hier in den Staaten vorbereiten konnten!

 

16.06.2007  Abreise

So schnell war die Woche um, heute war schon Abreisetag!!!

Viel zu schnell hieß es, diese schöne ruhige Insel zu verlassen...

Nach dem Aufstehen wurde es erstmal hektisch, bis alle Taschen gepackt, alle Muscheln, Sand und Salzwasser verstaut waren... Ein letzter Rundgang - wurde auch nichts vergessen? - und gegen 9.00 Uhr schon lieferten wir den Schlüssel im Büro ab, sogar eine Stunde vor der verabredeten Zeit. Zügig machten wir uns nun auf den Weg und hielten Ausschau nach einem "Ihop" oder "Waffle House", um ausgiebig und lecker zu frühstücken. Das war jedoch ein langwieriges Unterfangen, weil es erst einmal keines der beiden gesuchten Restaurants weit und breit gab! Erst ca. eine Stunde später konnten wir uns hungrig wie die Wölfe an den Tisch setzen, das war glaube ich in Panama City. Danach ging es ruhig und ereignislos weiter und nach insgesamt sieben Stunden Fahrt erreichten wir unser Apartment in Northport, unser Heim für die letzten zwei Wochen USA.