Football

Uuups! Jetzt hab ich doch glatt vergessen, den vor langer Zeit verfassten Bericht über unseren Besuch eines Footballspiels hier reinzustellen!!!

Dazu muss man sagen, dass wir ja an und für sich nicht die Super-Sportfans sind. Aber einmal wollten wir doch auch mal in diesem riesigen Stadion mit den 91.999 anderen Leuten sitzen und die ganz besondere Stimmung miterleben!!!

Dafür musste man sich schon zeitig auf die Socken machen, obwohl das Spiel erst um 17.30 Uhr losging. Natascha hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, auf Amber aufzupassen, an dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank dafür!

Da die Parkplatzsituation immer etwas schwierig ist, hat Saskia uns auf dem Weg zu ihrer Arbeit - sie jobbt beim "Jason's Deli", einem Imbiss/Restaurant - in der Nähe des Stadions abgesetzt. Es herrschte ein turbulentes Treiben auf den Straßen, als wir die letzten Straßen zu Fuß zurücklegen mussten. Leute sitzen auf den Grünstreifen auf ihren Klappstühlen, haben eine Kühlbox mit Bier und einen Grill für Hotdogs neben sich stehen und verfolgen das Spiel im Fernseher auf der Ladefläche des Pick-ups.

Nach einem kurzen Blick auf unsere Karten fanden wir auch ziemlich schnell unseren Eingang und danach auch unsere Sitzplätze. Wir hatten sehr gute Plätze, ziemlich mittig, sodass wir alles gut überblicken konnten. Da das Stadion aber ja sehr groß und die Entfernungen riesig sind, hatte ich mir noch Sebastians Fernglas ausgeborgt.

Am meisten freute ich mich auf die Show vor dem eigentlichen Spiel, wenn die Band und die Cheerleader auftreten. Wenn Spiele im Fernsehen gezeigt werden, wird dieser Part immer weggeschnitten und statt dessen diese langweiligen Laberköppe gezeigt, die vor dem Spiel immer mitteilen wollen, wie toll und super ihre Spieler sind, blablabla.

Die Band war sehr beeindruckend. Wir zählten die Reihen und kamen auf gut 200 Mann!!! Eine Hälfte stand am rechten Spielfeldrand, eine Hälfte am linken. Nachdem sie zu spielen begannen, liefen sie aufeinander zu, vermischten sich, bildeten Figuren, liefen wieder auseinander und und und, ich kann es gar nicht alles aufzählen, es war eine tolle Show! Rundumzu und auch dazwischen die Mädels mit Fahnen, Poms oder diesen Silberstöckchen (keine Ahnung wie die heißen!), das war richtig klasse! Viel zu schnell war die Show vorbei und das eigentliche Spiel begann.

Wir wussten ja schon vorher, dass wir keinerlei Spielregeln vom Football kannten und haben es auch leider nicht geschafft, während des Zusehens auch nur ansatzweise zu verstehen, was die da eigentlich tun. Für uns sah es folgendermaßen aus: Die Gruppen stehen sich gegenüber, der Schiri wirft das Ei in die Mitte und alle stürzen aufeinander in einem wilden Haufen. Soweit kennt man das ja auch aus dem TV. Dann irgendwann löst sich eine einzelne Person aus diesem Haufen mit dem Ball unterm Arm und rennt in Richtung Tor. Jetzt kommt es darauf an, wie weit er kommt, bis er von einem Gegenspieler brutal zu Fall gebracht wird. Irgendwie dürfen sie dann um diese Länge auf dem Spielfeld vorrücken, wo dann wieder dieser Einwurf vom Schiri stattfindet und das Spiel von vorne losgeht. Haben sie es dann bis zum Tor geschafft, dürfen sie dann auch mal in wie beim Fußball herkömmlicherweise mit dem Fuß auf das Tor schießen. Was ich aber ja noch nicht erwähnt hatte, ist, dass das Tor kein richtiges Tor ist, sondern wie eine riesige "Gabel" aussieht, die in die Luft zeigt. D.h. der arme Kerl muss schon ganz schön in den Ball dreschen, damit er hoch genug und weit genug fliegt! Für alle diese Aktionen gibt es unterschiedliche Punktzahlen und dann ist die andere Mannschaft mit dem Rennen und Wegschubsen dran. So ungefähr geht das, ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit aber...

Hier noch ein paar Bilder:

In der Halbzeitpause gab es dann noch einmal Band und Tanzgruppen zu sehen. Natürlich haben wir uns das auch wieder angesehen. Als das Spiel wieder losging, sind wir aber noch mal kurz in den Gang, Pipi-Pause und was zu Essen holen. Die Schlangen waren endlos!!! Als wir dann so unseren "Funnel-Cake" in der Hand hatten, überlegten wir, wie voll es hier nach dem Ende des Spiels sein musste, wenn alle Leute schlagartig das Stadion verlassen wollen! Spontan beschlossen wir, dieses Ereignis nicht abzuwarten und schon mal jetzt zu gehen, zumal unsere Mannschaft eh am Verlieren war. Wir wanderten also los und da es ein schöner lauer Abend war, beschlossen wir, zu Sassis Arbeit zu laufen und ihr dann das Auto zu "klauen", um damit nach Hause zu fahren.

Kaum waren wir aus dem Stadion raus, kam auch schon ein Anruf von Natascha, dass es zwar noch einigermaßen erträglich war mit Amber, aber sie würde es schon begrüßen, wenn wir nicht mehr allzu lange wegblieben. Also nahmen wir die Beine in die Hand und marschierten wir zügig voran und erreichten nach einer halben Stunde Jason's Deli, wo wir kurz Sassi Bescheid sagten - so fair waren wir dann doch - und mit ihrem Auto nach Hause fuhren. Renee hat sie dann nach Feierabend natürlich auch abgeholt...

Am nächsten Tag erfuhren wir aus der Zeitung, dass unser Weggang das Spielgeschehen sehr positiv beeinflusst hatte, denn von da an haben sie der Gegenmannschaft keinen einzigen Punkt mehr geschenkt und am Ende haushoch gewonnen!!! Na, da kann ich nur sagen: Gern geschehen!

Zusammenfassend betrachtet, war es ein sehr schönes Erlebnis, aber man muss wohl schon ein sehr eingefleischter Fan sein, um die geforderten Eintrittspreise oder gar eine Saisonkarte zu zahlen!