Abschied

Auch Amber und ich sind nach langer strapaziöser Fahrt wieder aus Deutschland zurück.

Dieses Mal war es ja kein fröhlicher Besuch, wie ihr ja nun wohl mittlerweile wisst. Von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen, tut weh und da rückt die Familie näher zusammen.

Das letzte Geleit zu geben, war sehr traurig, zugleich war es aber auch sehr beeindruckend, wie viele Leute persönlich oder in Karten- oder Blumengrüßen uns Trost und Kraft spendeten! Vielen Dank noch einmal dafür auch an dieser Stelle.

Die Zeit, die Amber und ich dann noch anschließend in Delmenhorst verbrachten, war schön, aber auch nachdenklich.

Alleine schon wieder in meinem "alten" Zimmer zu schlafen, in dem ich die ersten 18 Jahre meines Lebens verbracht hatte, war seltsam. Da wurde Vergangenes wieder lebendig.

Natürlich tat es gut, Euch alle wieder mal zu sehen. Zumindest habe doch fast jeden mal kurz treffen oder besuchen können.

Trotzdem freue ich mich, wieder zurück bei der Familie zu sein und die Reise war mal wieder mehr als anstrengend.

Getreu Murphy's Gesetz: Was schiefgehen kann, geht schief!, habe ich natürlich meinen Weiterflug von Paris nach Atlanta nur knapp um Minuten verfehlt! Am Gate meinte man sehr unfreundlich zu mir: "Wegen einer Person holen wir doch nicht noch einmal einen Bus, der Sie zum Rollfeld bringt!?!" Anschließend am Informationsschalter musste ich dann aber feststellen, dass dort noch zwölf weitere Passagiere standen, die alle denselben Flug verpasst haben. Na, da hätte sich ein weiterer Bus wohl doch noch gelohnt???

Böse Zungen behaupten ja, dass Delta die Plätze vielleicht anderweitig besetzen konnte und deshalb gar nicht nötig hatte zu warten...

Glück im Unglück: Ich bekam nicht nur eine Mitfahrgelegenheit in der Nachmittagsmaschine, sonder auch noch ein Upgrade in die First Class!!!

Unglück im Glück: Wenn Amber nicht dabei gewesen wäre, hätte ich die Verzüge und Annehmlichkeiten der ersten Klasse auch voll ausschöpfen können!!!

Aber Amberlein - wie sollte es auch anders sein - wollte mal wieder nicht essen, wenn es Essen gab und nicht schlafen, wenn es an der Zeit war und so habe ich den Löwenanteil des Fluges damit verbracht, mit ihr zu spielen und sie bei Laune zu halten. Lediglich ein Glas Champagner ließ ich mir schmecken, den hatte ich mir verdient. Die Flugbegleiterinnen brachten außer den üblichen warmen Socken auch noch Pantoffeln und Schlafanzüge, aber zum Umziehen gab mir Amber keine Gelegenheit! Das Essen war ganz gut, leider war ich ein "Nachesser", weil Amber die Essenszeit lieber zur Tobezeit erklärt hatte. Hier war auch richtig viel Platz, um auf und zwischen unseren beiden Sitzen Herumzuklettern! Die anderen Gäste gingen mittlerweile schlafen. Dazu bekamen sie ein richtig großes weiches Kopfkissen und eine richtige Bettdecke. Damit wurden sie von der Stewardess sanft zugedeckt.

Zum Ende der Flugzeit ist Klein-Amber dann doch noch eingeschlafen und war natürlich richtig schlecht gelaunt, als ich sie wecken musste, weil es weiterging.

In Atlanta durch die Immigration war dieses Mal ein Kinderspiel, ruckizucki waren wir da durch. Natürlich habe ich - wie immer - auch sofort den Stempel kontrolliert. So eine Panne passiert uns nur einmal...

Danach das Warten aufs Gepäck. Ich hatte ja nur einen Koffer, aber trotzdem war ich ein wenig unter Zeitdruck, denn nur in 15 Minuten sollte mein Anschlussflieger gehen. Plötzlich eine Durchsage, man rief meinen Namen auf, ich solle mich an jemanden vom Bodenpersonal wenden. 

Dort sagte man mir, dass es mein Koffer aus Paris leider nicht geschafft hatte. Wieso wundert mich das nicht? Weil es letztes Mal ja genau das Gleiche war!

Glück im Unglück: Jetzt konnte ich losflitzen, um meinen Anschlussflug vielleicht doch noch zu schaffen! Sah aber knapp aus, nur noch 10 Min. und ich wusste noch nicht einmal das Abfluggate. Ein Blick auf die Tafel ließ mein Herz höher schlagen: Die Maschine hatte eine gute Stunde Verspätung!!! Jetzt konnte ich es locker schaffen. Das ist auch wirklich das erste Mal, dass ich mich über eine Verspätung freute, im Gegensatz zu den anderen Fahrgästen, die zu der späten Stunde missmutig im Wartebereich hockten.

Amber hatte jetzt auch überhaupt keine Lust mehr aufs Fliegen! Ihre schrillen Schreie waren nicht zu überhören, als sie zum Start in ihren Sitz geschnallt werden musste. Danach schlief sie aber wieder einmal vor Erschöpfung ein und war natürlich noch schlechter gelaunt, als ich sie nach dem kurzen Flug von knapp 30 Minuten (um Zeit aufzuholen, hatte der Pilot wohl gut aufs Gas gedrückt) wieder wecken musste.

Heute müssen wir uns erst einmal akklimatisieren, unsere Klamotten auspacken (ist ja wenig, da der größte Koffer fehlt) und ein bisschen Schlaf nachholen.

Ich melde mich die Tage dann wieder

Eure Sandra